Bernhard
Peter
Historische
heraldische Exlibris (8)
Exlibris
von Ernst Krahl:
Ein undatiertes heraldisches
Exlibris, entworfen von Ernst Krahl (1858-1926) für Raimund
Reichsritter und Edler Herr von Manner. Das
Vollwappen ist eingebunden in einen Jugendstil-Rahmen, unten
trapezförmig, oben mit drei Bögen und mit die Ecken
ausfüllendem Laubwerk. Die üppigen Helmdecken schlingen sich um
das Stabwerk des Rahmens und verschmelzen teilweise mit ihm. Der
Übergang der textilen Helmdecke in das Ornament- und Rahmenwerk
ist stilistisch vor dem Hintergrund der Zeit zu sehen.
Insbesondere im unteren Bereich greift die zum Ornament gewordene
Helmdecke bis weit unter den Wappenschild, wo sich die Bögen
beider Seiten treffen und verschmelzen.
Das Wappen ist geviert mit Herzschild. Feld 1 und 4: in Schwarz ein goldener, ungekrönter, rotgezungter, einwärtsgekehrter, doppelschwänziger Löwe (Stammwappen), Feld 2 und 3: in Rot ein silberner Schräglinksbalken. Herzschild: in Rot auf grünem Grund (auf natürlichem Rasen) ein silberner (naturfarbener) Geharnischter mit umgürteten Schwert, dessen Helm mit drei Straußenfedern in den Farben rot-silbern-rot besteckt ist, mit der Rechten eine Partisane bei Fuß haltend, die Linke in die Hüfte gestemmt. Zwei gekrönte Helme: Helm 1 (rechts): Auf einem von Schwarz und Gold geteilten Flügel der Löwe in verwechselten Farben, Helmdecken schwarz-golden. Helm 2 (links): Auf einem von Silber und Rot geteilten Flügel der Geharnischte, Helmdecken rot-silbern.

Exlibris
von Ernst Krahl:
Ein undatiertes heraldisches
Exlibris, entworfen von Ernst Krahl (1858-1926) für das
Familien-Archiv der von Manner
("Familienarchiv derer Edlen von Manner des heil(igen)
röm(ischen) Reichs Ritter", Buchdruck, Witte, Bibliographie
2, 127; Thieme-Becker 21; Gutenberg 29.696). Das Wappen Manner
wird im Siebmacher mehrfach beschrieben: Band NÖ1, Seite: 286,
Tafel: 151, Kä, Seite: 177, Tafel: 20, ÖSchl, Tafel: 23, Mä,
Seite: 75, Tafel: 59 (falsch), Mä, Seite: 227, Tafel: 159
(korrekt), BayA2, Seite: 129, Tafel: 81. Hier sehen wir die ganze
Entwicklung des Wappens in all seinen fünf verschiedenen
Varianten mit dem aktuellen Wappen in Groß in der Mitte und den
vier Vorgängerversionen mit Jahresangaben in den vier Ecken.

Abb. links, folgend: Einzelwappen in der optisch linken oberen Ecke: Das Stammwappen, das bis 1565 geführt wurde, zeigt in Blau einen goldenen, ungekrönten, rotgezungten, doppelschwänzigen Löwen. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken ein goldener, rotgezungter, doppelschwänziger Löwe wachsend.
Abb. rechts, folgend: Einzelwappen in der optisch rechten oberen Ecke: Am 12.1.1565 kam es durch Kaiser Maximilian II zu einer Wappenbesserung: Dem Löwen wurde ein Feigenzweig in die Pranken gegeben. Die Blasonierung lautet jetzt: In Blau ein goldener, ungekrönter, rotgezungter, doppelschwänziger Löwe mit einem grünen, siebenblättrigen Feigenzweig in der rechten Vorderpranke. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken der Löwe mit Feigenzweig wachsend.

Abb. links, folgend: Einzelwappen in der optisch linken unteren Ecke: Das dritte geführte Wappen ist das erste vermehrte Wappen. Der Verleihungstitel bzw. das genaue Datum ist nicht bekannt, Tatsache ist, daß dieses Wappen 1570-1636 geführt wurde (im Exlibris steht 1575-1627, s. u.). Der vor kurzem verliehene Zweig flog dabei wieder raus. Das Wappen ist nun geviert, Feld 1 und 4: in Blau ein goldener, ungekrönter, rotgezungter, doppelschwänziger, einwärts gekehrter Löwe (Stammwappen), Feld 2 und 3: in Rot ein silberner Schräglinksbalken, begleitet von zwei sechsstrahligen, silbernen Sternen (Hochstift Regensburgsche Dienste). Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken ein wachsender, naturfarbener Geharnischter mit Sturmhaube, in der Rechten eine Streitaxt schwingend, die Linke in die Hüfte gestemmt.
Abb. rechts, folgend: Einzelwappen in der optisch rechten unteren Ecke: Daneben gibt es seit 1627 ein österreichisches Namenswappen in einem erbländisch-österreichischen Adels-Diplom vom 22.5.1627 (mit Incolat im Erzherzogtum Österreich), das in der Praxis praktisch nicht geführt wurde, aber dennoch auf dem Exlibris auftaucht und für den Zeitraum 1627-1636 zutrifft: In Rot auf grünem Grund (auf natürlichem Rasen) ein silberner (naturfarbener) Geharnischter mit umgegürtetem Schwert, dessen Helm mit drei Straußenfedern in den Farben rot-silbern-rot besteckt ist, mit der Rechten eine Streitaxt schulternd, die Linke in die Hüfte gestemmt. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken der Geharnischte wie im Schild wachsend zwischen einem rot-silbern übereck geteilten Flug.

Abb., folgend: Großes Wappen im Zentrum: Schließlich werden ab 1636 beide Wappen kombiniert unter Weglassung der Sterne und unter Änderung der Farben. Gemäß dem Diplom vom 15.9.1636 ist das ritterliche Wappen wie folgt aufgebaut (Bestätigung 12.1.1756, sowie zuletzt geführte Form): Geviert mit Herzschild. Feld 1 und 4: in Schwarz ein goldener, ungekrönter, rotgezungter, einwärtsgekehrter, doppelschwänziger Löwe (Stammwappen), Feld 2 und 3: in Rot ein silberner Schräglinksbalken. Herzschild: in Rot auf grünem Grund (auf natürlichem Rasen) ein silberner (naturfarbener) Geharnischter mit umgegürteten Schwert, dessen Helm mit drei Straußenfedern in den Farben rot-silbern-rot besteckt ist, mit der Rechten eine Partisane bei Fuß haltend, die Linke in die Hüfte gestemmt. Zwei gekrönte Helme: Helm 1 (rechts): Auf einem von Schwarz und Gold geteilten Flügel der Löwe in verwechselten Farben, Helmdecken schwarz-golden (vgl. Reichsfarben). Helm 2 (links): Auf einem von Silber und Rot geteilten Flügel der Geharnischte, Helmdecken rot-silbern (vgl. österreichische Farben, eine gerne gewählte Kombination). Man beachte, daß in dieser Darstellung aus einer plastischen Figur zwischen einem offenen Flug auf dem Weg über einen geschlossenen Flug ein einzelner Flügel wurde, der mit dem Motiv belegt ist.

Am 12.1.1756 wurde Raimund Wolf von Manner in den Reichsadelsstand mit dem Titel "Edler Herr v. Manner" erhoben und am 3.8.1782 bekam er von Kaiser Joseph II. den Reichsritterstand als "Reichsritter und Edler Herr von Manner". Am 24.12.1784 erhielt er das Incolat in Böhmen, Mähren und Schlesien.
Exlibris,
Alexander von Dachenhausen:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1901, in einer Seilschlinge rechts oben signiert mit den
Initialen "A" und "D", entworfen von
Alexander von Dachenhausen (1848-1916), für Theodor Bock.
Die umfangreichen Attribute spannen ein ganzes Panorama der Welt
der Hamburger Seehändler auf: Hamburger Stadtwappen,
Einfassungen aus Tauen, Vedoute mit Dreimaster, Kontor-Buch,
Hermesstab, gepackter Frachtballen (der die Datierung trägt),
Anker mit Tau, nicht zuletzt die Fratze eines Seeungeheuers am
unteren Rand. Die Familie Bock war im Import- und
Export-Geschäft der H. C. Bock tätig. Hans Christian Bock
(1793-1852) aus der aus dem Baltikum stammenden Familie siedelte
1825 nach Hamburg über und gründete dort die Firma H.C. Bock,
die sich zu einem bedeutenden, weltweit im Seehandel operierenden
Handelshaus entwickelte, vor allem unter der Leitung seines
Bruders und Nachfolgers Lorenz Johannes Bock (1804-1872) sowie
unter dessen Sohn, dem dritten Firmenleiter. Die Firma blühte
bis zum ersten Weltkrieg; Inflation und Weltwirtschaftskrise
führten zum Niedergang. Die Firma H. C. Bock besteht in Hamburg
noch heute. Der Familie gehör(t)en die Güter Groß Welzin,
Groß Brütz bei Schwerin und Rosenthal. Wappen ohne
Literaturbeleg, Hinweise willkommen.
Das Wappen zeigt in einer stark asymmetrisch verzerrten Tartsche in rotem Feld ein schräglinksgestelltes, silbernes Bootssteuerruder mit zwei Angeln und Pinne. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein sechseckigen rotes Schirmbrett mit zwei fliegenden, silbernen (natürlichen) Möwen übereinander. Die Motivwahl reiht sich vollständig in das Bildprogramm ein.

Begleitet wird das Familienwappen von dem Kleinen Hamburger Stadtwappen, in Rot eine weiße Burg mit drei Türmen, der mittlere Turm mit einem Kreuz auf der Spitze, über den beiden Seitentürmen je ein silberner Stern. Die Farbgestaltung wurde erst im Senatsbeschluß vom 14. Mai 1752 in dieser Form festgelegt, davor gab es mehrere Variationen. Hinter dem Hamburger Stadtwappen ein geflügelter Merkurstab, von zwei Schlangen umwunden, Symbol des Gottes der Händler und des guten Gelingens wirtschaftlicher Vorhaben, passend zum Eigner.

Exlibris,
Alexander von Dachenhausen:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1900, in der optisch rechten Ecke der innersten Raute
signiert mit den Initialen "A" und "D",
entworfen von Alexander von Dachenhausen (1848-1916), für
Freiherr Alfred von Dachenhausen (Ex Lib(ris)
Alfredi Lib(er) Baro von Dachenhausen). Das Wappen ist im
frühgotischen Stil mit Kübelhelm, schlichter, tuchförmiger,
ungezaddelter Helmdecke, sehr groß dimensionierter Helmzier und
starker Neigung des Schildes dargestellt (Buchdruck, Witte,
Bibliographie 1, 144; Thieme-Becker 8; Gutenberg 19.204). Es ist
in eine Raute eingepaßt, diese wiederum in einen rautenförmigen
Vierpaß mit umlaufenden Kleeblatt-Ornamentband und floralen
Füllungen der Bögen. Die Jahreszahl ist in zwei Teile geteilt
und findet sich jeweils in den unteren beiden Bögen. Das Wappen von
Dachenhausen ist unter rotem Schildhaupt
schwarz-silbern geschacht. Helmzier ein wie der Schild bez.
offener Flug. Helmdecken schwarz-silbern. Die von Dachenhausen
sind eine schwäbische, reichsritterschaftliche Familie, in
späterer Zeit auch im Raum Hannover zu finden (Beleg im
Siebmacher Han und PrE, ferner im alten Siebmacher von 1605).

Exlibris,
Alexander von Dachenhausen:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1887, signiert mit den Initialen "A" und
"D", entworfen von Alexander von Dachenhausen
(1848-1916), für des Heiligen Römischen Reiches Ritter (S.R.I.
EQUITIS) Eduard M. A. von Henzler, Edler von
Lehnensburg. Das Wappen ist beschrieben im Siebmacher, Band Bay,
Seite: 84, Tafel: 97. Der Schild ist goldenbordiert und geviert,
Feld 1 und 4: in Rot ein einwärtsgekehrter goldener Löwe mit
einer silbernen Lilie in den Vorderpranken, Feld 2 und 3: in
Silber ein schwarzer Doppeladler. Zwei gekrönte Helme: Helm 1
(rechts): ein goldener, rotgezungter Löwe mit einer silbernen
Lilie in den Vorderpranken, Helm 2 (links): ein schwarzer,
doppelköpfiger Adler. Helmdecken rot-silbern.

Exlibris,
Alexander von Dachenhausen:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1901, signiert mit den Initialen "A" und
"D", entworfen von Alexander von Dachenhausen
(1848-1916), für Carl Heyer
aus Asch in Böhmen. Die Heyer von
Rosenfeld sind ein adeliges, ursprünglich hessisches Geschlecht.
Das
Wappen und die Geschichte beider Familien mit dem Namensübergang
sind beschrieben im Siebmacher, Band He, Seite: 13. In Silber aus
grünem Dreiberg wachsend drei rote, grün beblätterte Rosen.
Auf dem gekrönten Helm aus grünem Dreiberg wachsend drei rote,
grün beblätterte Rosen.

Exlibris,
Alexander von Dachenhausen:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1900, signiert mit den Initialen "A" und
"D", entworfen von Alexander von Dachenhausen
(1848-1916), für Hermann Ritter Kirchner von Neukirchen.
Der Familie wurden insgesamt vier Wappen verliehen. 1644 gab es
einen ersten Wappenbrief für Andreas Kirchner, Apotheker in
Königgrätz. Das damals verliehene Wappen hat inhaltlich nichts
mit dem hier gezeigten zu tun, so sehr veränderte sich das
Wappen im Laufe der Zeit. Das Wappen des Wappenbriefes vom
20.5.1644 zeigt in einem durch einen goldenen Balken von Blau und
Rot geteilten Schild aus einem grünen Dreiberg wachsend eine
Figur mit Flügelhelm, Äskulapstab in der Rechten und flammendem
Herz in der Linken, die Brust mit einem goldenen Stern belegt.
Das zweite Wappen datiert vom 2.5.1648, hier ist die bisherige
Schildfigur zur Helmzier geworden, und der Schild ist geviert, in
Feld 1 in Blau eine silberne, dreitürmige Kirche, Feld 2 und 3
rot mit goldenem Balken, dieser begleitet von drei (2:1) goldenen
Kugeln, Feld 4 in Blau unter goldenem, sechsstrahligen Stern ein
natürlicher, vielfach zerklüfteter Felsen. Landtafelmäßiger
Adelsstand für Georg Adalbert Kirchner, Enkel des genannten
Andreas Kirchner, vom 2.1.1731 zu Wien mit dem dritten
Kirchner-Wappen, wobei Feld 1 und 4 des zweiten Wappens
beibehalten wurden, auf Feld 2 und 3 verzichtet wurde und die
Helmzier in einen rechts blauen, links schwarzen Flug geändert
wurde. Das Wappen ist beschrieben im Siebmacher, Band Bö Seite:
274 Tafel: 128. 1892 schließlich kam der zweite Helm bei der
Erhebung in den Ritterstand als Wappenbesserung unter
Beibehaltung des Schildbildes des dritten Wappens hinzu, diesem
Wappen entspricht die Darstellung auf dem Exlibris. Von allen
vier verschiedenen Wappen gibt es übrigens einen Aufriß aus der
Hand von Alexander von Dachenhausen.

Das Wappen in seiner letzten, vierten Form ist gespalten mit grünem Fuß (grünem Rasen im Schildfuß), vorne in Schwarz eine dreitürmige, silberne, rotbedachte Kirche, jeder Turm golden bekreuzt und schwarz gefenstert; das Kirchengebäude mit vier schwarzen Fenstern und ebensolchem Tor, hinten in Blau unter goldenem, sechsstrahligen Stern ein natürlicher, vielfach zerklüfteter Felsen. Zwei Helme: Helm 1 (rechts): Auf schwarz-silbern-blau bewulstetem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein rechts blauer, links schwarzer Adlerflug, Helm 2 (links): Auf gekröntem Helm mit blau-silbernen Decken ein Löwe mit einem goldenen, sechsstrahligen Stern zwischen den Vorderpranken wachsend. Im Siebmacher Band Böhmen ist für das dritte Wappen (s. o.) nur ein Helm beschrieben, Helmzier wie hier auf dem rechten Helm, aber als offener Flug gezeichnet, Decken rechts schwarz-silbern, links blau-silbern.

Exlibris,
Alexander von Dachenhausen:
Ein heraldisches Exlibris aus
dem Jahr 1900, signiert mit den Initialen "A" und
"D", entworfen von Alexander von Dachenhausen
(1848-1916), für Albrecht Leidinger aus Wien.
Das Wappen zeigt in Schwarz drei (2:1) gestürzte silberne
Maurer-Kellen. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken eine
wachsende Jungfrau mit ausgebreiteten Armen in silbern-schwarz
gespaltenem Kleid mit in verwechselten Farben gepufften Ärmeln
und rotem Rosen-Kranz im Haar, in jeder Hand eine Kelle in
Gegenfarbe emporhaltend, rechts schwarz, links silbern, sowie mit
einer schwarz-silbern gewundenen Hüftbinde mit beiderseits
abfliegenden Enden. Beachtenswert die feine Damaszierung der
schwarzen Schildfläche. Ohne Literaturbeleg, Hinweise
willkommen.

Exlibris
von A. Hildebrandt:
Ein undatiertes heraldisches
Exlibris (Buchdruck) um ca. 1903, entworfen von Prof. Adolf M.
Hildebrandt (1844-1918) für die Familie Neitsch
(Witte, Bibliographie 2, 35, Thieme-Becker 17, nicht bei
Gutenberg). Die Signatur "AH" befindet sich optisch
rechts unten in der äußersten Ecke. Das zentrale Vollwappen
Neitsch zeigt im Schild drei schrägrechte Zwillingsbalken, auf
dem Helm eine pfahlweise gestellte, nach oben geöffnete
Schafschurschere zwischen einem Paar sparrenförmig mit je drei
rechts schräglinken und links schrägrechten Zwillingsbalken
belegter Büffelhörner. Ohne Literaturbeleg, Hinweise
willkommen. Das Wappen ist eingepaßt in einen ansatzlosen
Spitzbogen, dessen breiter Verlauf mit floralen Elementen
gefüllt ist. In den vier Ecken befinden sich vier kleinere
Wappenschilde. Der Schild optisch links oben ist das Stadtwappen
von Görlitz. Es ist geviert mit Herzschild,
Feld 1 und 4 in Gold der doppelköpfige schwarze Reichsadler,
Feld 2 und 3 in Rot ein silberner, doppelschwänziger Löwe
(böhmischer Löwe), Herzschild rot mit silbernem Balken
(Österreich), belegt mit einer goldenen Krone (Kaiserkrone).
Dieses Wappen wurde der Stadt Görlitz am 2.10.1536 von Kaiser
Karl V verliehen. Es sollte eigentlich das ältere Wappen von
1433 ersetzen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Heute führt
die Stadt Görlitz ein dem älteren Wappen von 1433
entsprechendes Symbol, einen gespaltenen Schild, vorn in Gold ein
doppelköpfiger schwarzer Reichsadler, hinten in Rot auf
silbernem Schildfuß stehend ein doppelschwänziger, silberner
Löwe (böhmischer Löwe) mit goldener Krone, goldenen Klauen und
blauer Zunge. Es halten gemeinsam der Löwe mit der rechten
Vorderpranke und der linksgewendete Kopf des Adlers mit dem
Schnabel eine goldene Kaiserkrone auf dem Spalt. Für eine Stadt
eine Ausnahme, findet sich beim Görlitzer Wappen ein Oberwappen:
Auf dem Stechhelm mit rot-silbernen Decken ein roter Flügel, mit
einem silbernen, doppelschwänzigen Löwen belegt und mit
goldenen Lindenblättern bestreut.

Exlibris
für A. M. Hildebrandt:
Ein auf 1887 datiertes,
unsigniertes heraldisches Exlibris, entworfen von Prof. Adolf M. Hildebrandt
(16.6.1844-30.3.1918) für sich selbst. Das Wappen zeigt in Blau
einen schrägrechts gelegten silbernen Baumstamm mit fünf
gestümmelten Ästen. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken zwei
silberne Baumstämme mit je fünf gestümmelten Ästen
pfahlweise. Das Wappen wurde 1882 neu angenommen von Adolf
Matthias Hildebrandt, Professor, Genealoge und Heraldiker in
Berlin. Er war der Sohn von Bernhard Hildebrandt, Pfarrer, und
Caroline Daubert. Er ging in Wernigerode auf das Gymnasium und
studierte kurz, dann trat er in die Dienste der Fürsten von
Stolberg-Wernigerode und war in deren Bibliothek angestellt. 1880
wurde er zum herzoglich-Sachsen-Altenburgischen Professor
ernannt. 1881 zog er nach Berlin und war als Schriftsteller und
freischaffender Künstler tätig. Er war seit dem 8.12.1869
Mitglied im Herold zu Berlin, 1870-71 und 1880-1918 Schriftleiter
des Vereins. Im letztgenannten Zeitraum gab er auch die
Vierteljahreszeitschrift heraus. Er war ferner für die
Vereinsbibliothek verantwortlich und 1903-1918 Sektionschef für
Heraldik. Der Eigner war Begründer der "Wappenfibel",
eines der prägnantesten und kompaktesten Werke mit Richtlinien
der deutschen Heraldik, welches auch heute noch in stets
aktueller Auflage vom Verein Herold herausgegeben wird. Dazu war
er einer der unerschöpflichsten heraldischen Künstler, allein
rund 300 Exlibris gibt es von seiner Hand, wobei eine
Spezialität Exlibris wurden, in denen nur Teile der Wappen
verwendet wurden (sog. abgekürzte Exlibris), dazu zeichnete er
für das Westfälische Wappenbuch alle Wappen. Das Wappen
Hildebrandt wurde 1974 auf Antrag seiner Schwiegertochter Gertrud
Hildebrandt unter der Nummer: 6852/74 in die Deutsche Wappenrolle
aufgenommen und ist in der DWR Band XXVII, Seite: 19
veröffentlicht, mit Führungsberechtigung für alle Nachkommen
im Mannesstamm des Georg Albrecht Hildebrandt, gest. zu Grauingen
am 20.12.1742, Schulmeister in Grauingen. In der DWR befindet
sich allerdings ein Neuaufriß von Lothar Müller-Westphal.

Exlibris
von A. Hildebrandt:
Ein auf 1910 datiertes
heraldisches Exlibris, entworfen von Prof. Adolf M. Hildebrandt
(1844-1918) für Karl Hähnlein. Die Signatur
"AH" befindet sich rechts zwischen Schild und
Nachnamen; die Datierung ist auf beide Bücherregale verteilt.
Das zentrale Vollwappen Hähnlein wird oben von dem
halbkreisförmigen Schriftband mit den Worten "EX
LIBRIS" eingefaßt. Darüber ist die Fläche mit zwei
flächendeckenden Rosenbüschen mit insgesamt sechs Blüten
verziert. Das Wappen Hähnlein ist im Siebmacher, Band Bg8,
Seite: 5, Tafel: 5 beschrieben: In Gold auf grünem Dreiberg ein
rotbewehrter schwarzer Hahn unter einem schwarzen Schildhaupt mit
drei goldenen Hainrosen nebeneinander. Auf dem schwarz-golden
bewulsteten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wachsendes
goldenes Pferd.

Darstellerisch unglücklich ist der doppelte Perspektivenwechsel zwischen Helm und Helmzier, ersterer leicht von oben und leicht eingedreht, letztere genau von der Seite und auf gleicher Höhe, wodurch die Helmzier "auf dem rechten Ohr" sitzt, nicht aber auf der Mitte des Helmdaches, ein Effekt, der noch durch den nach oben statt nach unten gebogenen Helmwulst verstärkt wird. Es ist nicht das überzeugendste Werk von Hildebrandt. Das seit längerer Zeit von der Familie geführte Wappen wurde von Oberingenieur Karl Hähnlein anhand eines älteren Siegels rekonstruiert und durch das Schildhaupt mit den drei Roen ergänzt. Er lebte in Pankow, einem Stadtteil von Berlin. Das Berliner Stadtwappen, den schwarzen Bären in silbernem Feld, sehen wir optisch links unten in gewendeter Form, gegenüber das Ansbacher Stadtwappen, in Grün ein silberner Schrägwellenbalken, belegt mit drei hintereinander schwimmenden blauen Fischen.
Literatur,
Quellen und Links:
Deutsche
Exlibris-Gesellschaft: http://www.exlibris-deg.de/
Siebmachers Wappenbücher
Harald Hohnsbehn, Die Bocks - Eine Familie im Strom der Zeit,
Herausgegeben von Jebsen, Hans M., Wachholtz Verlag 2007, ISBN
978-3-529-06137-0
Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogie der Ritter von
Henzler Edlen von Lehnensburg nebst Stammtafeln gleichnamiger und
verwandter Geschlechter. Brünn 1898. Druck von F. Irrgang.
J. Neukirchen, persönliche Mitteilungen 2008 und 2009, vielen
Dank für ergänzende Angaben und Unterlagen.
DWR Band 27
Siebmachers großes Wappenbuch, Sonderband H: Jürgen Arndt:
Biographisches Lexikon der Heraldiker; 1992. XXIV und 664 S. mit
zahlr. Wappenabb., Festeinband, Degener Verlag, ISBN
3-87947-109-6
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Signaturen von Künstlern und Heraldikern
©
Copyright / Urheberrecht am Text: Bernhard Peter 2009
Die Abb. sind selbst angefertige Scans historischer Originale.
Impressum
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