
Bernhard
Peter
Fabelwesen
in der Heraldik

Prinzipiell sind alle Fabel- sowie Mischwesen
mittelalterlicher Bestiarien als heraldische Bestandteile
möglich. Als Mischwesen kommen Mischungen zwischen real
existierenden Tieren, zwischen Tieren und Fabelwesen, zwischen
Mensch und Tier, zwischen Mensch und Fabelwesen sowie zwischen
Fabelwesen untereinander vor. Besondere Beachtung verdienen aber
jene Wesen, deren Bezeichnung irreführend ist, denn sie haben
nichts mit dem natürlichen Tier gemein, das der Nichtheraldiker
gewöhnlich mit dem Begriff assoziiert:
Heraldische Wesen,
die mit natürlichen Wesen gleichen Namens nichts gemeinsam
haben:
Salamander: Nichts hat der heraldische Salamander mit dem echten
"Viech" gemeinsam. Salamander waren nach altem
Volksglauben die Feuergeister. Salamander leben im Feuer und
können auch Feuer löschen. Außerdem war er äußerst giftig.
(So insgesamt gesehen wäre es das ideale Wappentier für einen
Chemiker...). Es handelt sich in der Darstellung um eine Mischung
aus Lindwurm und Eidechse, er hat einen nach hinten gewandten
Kopf, einen schuppigen Körper, er wird mit Flammen am bzw. um
den Körper dargestellt. Beispiele:
- Le Havre (Stadt in Frankreich)
- Belleville sur Saone (Dep. Rhone)
- Brulon (Dep. Sarthe)
- Brunot de Rouvre, französische
Familie aus der Auvergne
- Fontainebleau (Stadt in Frankreich)
- Le Clei, französische Familie aus der
Bretagne
- des Pierres, Familie aus Flandern
In der französischen Heraldik ist er ein
beliebtes Wesen, weil er die Bilddevise von König Franz I
(1494-1547) war.
Seelöwe: Ein heraldischer Seelöwe ist ein Wesen,
dessen Oberteil Löwe und dessen Unterteil Fisch ist, nicht aber
ein natürlicher Seelöwe der Zoologie (Robbenart). Ein solcher
müßte als natürlicher Seelöwe gemeldet werden.
Beispiel:
- Rosengard, dänisches Adelsgeschlecht,
aus Rügen stammend, 1593 ausgestorben
- Familie Neubecker, Heraldiker Ottfried
Neubecker
- Imhoff, Nürnberger
Patrizier-Geschlecht

Bildbeispiel: Nürnberg,
Stiftskirche St. Martha, historisches Glasfenster
Wir sehen in diesem Wappenmedaillon aus der
Stiftskirche St. Martha in Nürnberg den Imhoff-Wappenschild,
in Rot einen goldenen See-Löwen mit einem über dem Kopf
schwingenden Fischschwanz, auf dem linken Vorderbein stehend, das
rechte vorwärts streckend. Das Wappen ist gewendet, denn die
Lanzenruhe der Tartsche ist optisch rechts, und der See-Löwe
blickt auch in diese Richtung. Da diese Scheiben einst aus dem
Kontext gerissen wurden, ist davon auszugehen, daß er sich
früher einem Gegenstück zuwandte. Die Familie Imhoff führt den
gleichen Seelöwen in gleicher Haltung als Helmzier zu
rot-goldenen Decken.
Seehund: Ein heraldischer Seehund ist ein Wesen,
dessen Oberteil Hund und dessen Unterteil Fisch ist, nicht aber
ein natürlicher Seehund der Zoologie. Ein solcher müßte als
natürlicher Seehund gemeldet werden. Beispiele:
- Lord Mowbray, Segrave and Stourton
(als Schildhalter)
Seepferd: Ein heraldisches Seepferd ist ein Wesen,
dessen Oberteil Pferd und dessen Unterteil Fisch ist (s. Abb.),
auch Hippokamp genannt, nicht aber ein natürliches Seepferdchen
der Zoologie. Ein solches müßte als natürliches
Seepferd gemeldet werden.

Leopard: Ein heraldischer Leopard ist nicht eine beigefarbene
Raubkatze mit dunklen Punkten und Flecken, sondern ein
schreitender, herblickender Löwe. Beispiele:
- Englisches Königshaus (3 goldene
Leoparden)
- Calvados, Manche, Orne, Seine Maritime
(Departements in Frankreich) (2 goldene Leoparden)
- Normandie - alte Provinz von
Frankreich (2 goldene Leoparden)
- Oxford, Oriel College (innerhalb eines
silbernen, gedornten Bordes in Rot drei goldene Leoparden
übereinander. Englischer Blason: Gules, three lions
passant guardant or within a bordure engrailed argent.
Dieses Wappen ist einfach das der englischen Könige,
durch den Bord differenziert)
- Warenghien, de Warenghien de Flory,
französische Familie aus Flandern (3 schwarze Leoparden)
- Schwaben
- Fürsten von Hohenlohe (2 schwarze
Leoparden)
Wenn man stattdessen wirklich die
beigefarbene Raubkatze mit dunklen Punkten und Flecken meint,
wird diese als "natürlicher Leopard" angesprochen.
Panther, Pantier: Ein heraldischer Panther hat nichts mit dem
schwarzen Leopard zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine
Verballhornung des Pantiers. Er ist ein vielseitiges Mischwesen
(Pan-Tier = "Alle Tiere") aus langgezogenem Stierkopf,
Stierhörnern oder Stierohren, Löwenmähne und
Löwen-Hinterleib. Die Vorderbeine können die eines Löwen oder
die eines Adlers sein. Manchmal sieht er aus wie ein Greif ohne
Flügel mit Stierkopf. Manchmal hat er auch die Hinterbeine eines
Stieres. Bisweilen kommen aus alle Körperöffnungen Flammen, die
aber nur den angeblich süßen Geruch symbolisieren sollen, den
das Pantier verströmt. Der Legende nach soll es ein
ungefährliches Wesen mit sanftem, gutartigen Gemüt sein. Aus
"Pantier" ist manchmal auch der Ausdruck
"Panther" geworden. Ein weiteres Synonym ist
"Pantel". Beispiele:
- Ingolstadt
- Landkreis Vilshofen
- Landkreis Vilsbiburg
- Landkreis Traunstein
- Steiermark
- Graz (Österreich)
- Grafen/Fürsten von Starhemberg.
Die steiermärkischen Pantiere werden in der Regel
gehörnt dargestellt, während die in Bayern vorkommenden
Pantiere in der Regel ohne Hörner sind.

Abb.: Ein undatiertes heraldisches
Exlibris, entworfen von Ernst Krahl (1858-1926) für de Familie
de Pantz, mit einem Pantier im Schildbild und als Helmzier.

Abb.: St. Sebald, Nürnberg, Details eines
Wappenmedaillons in einem Glasfenster. Feld 1 (Abb. rechts) und 4
(Abb. links) dieses Wappens sind farblos in Grisaille-Technik
ausgeführt. Es handelt sich um das vermehrte Wappen der Scheurl
(Scheurl von Defersdorf), geviert, Feld 1 und 4: das Stammwappen,
in Rot ein aufspringender silberner Panther (Pantier), Feld 2 und
3 in Blau ein goldener Schrägbalken. Auch wenn hier keine
"Flammen" aus Mund, Ohren und After kommen, erkennt man
das Pantier an der Mischung aus Hinterläufen mit Hufen,
Adlerklauen als Vorderbeine, Löwenmähne, Stierhörner etc. als
ein Fabelwesen, das alle Tiersorten in sich vereinigt, ein wahres
Pan-Tier. Der hier nicht dargestellte Stammhelm wäre auf dem
Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender silberner Panther
(Pantier). Als das Wappen 1540 von König Ferdinand und 1541 von
Kaiser Karl V. verbessert und vermehrt wurde, wurde auch die
Helmzier "aufgepeppt": Danach - und damit zu dem hier
abgebildeten gevierten Wappen passend - war es ein wachsender
silberner Panther (Pantier) zwischen einem Paar blauer
Büffelhörner mit schrägen goldenen Spangen, die Mündungen mit
Pfauenfedern besteckt, hinter dem Panther (Pantier)
schräggekreuzt zwei rote, mit silbernem Balken versehene
Fähnchen. Die Decken des vermehrten Wappens sind rechts
rot-silbern, links blau-golden (Siebmacher Band: Bay Seite: 110
Tafel: 134).
In der englischen Heraldik ist ein Panther
dagegen eine natürliche Raubkatze mit Flecken in allen Farben,
der Flammen aus Ohren und Rachen kommen.
Basilisk
Ein Basilisk ist ein weiteres
Fabelwesen in der Heraldik, das nichts mit den heute zoologisch
"Basilisk" titulierten Wesen gemein hat, einer Gattung
der Leguane der lateinamerikanischen Regenwälder. Vielmehr ist
er eine Mischung aus Hahn, Schlange und Drache. Man glaubte, der
Basilisk würde aus einem dotterlosen Hühnerei schlüpfen, das
eine Kröte auf einem Misthaufen ausgebrütet hätte. Der Schwanz
kann entweder pfeilförmig wie bei einem Drachen gestaltet werden
oder aber einen zweiten Kopf tragend, einen Drachen- oder
Schlangenkopf.

Abb.: Als Schildhalter
des Wappens der Stadt Basel dient seit dem Ende des 15. Jh.
ein Basilisk, dessen charakteristische Elemente der
Hahnenkopf und der Drachenleib sind. Ein heraldisches Exlibris
aus der Zeit um 1920, entworfen von Carl Roschet (1868-1925) für
die Baseler Versicherungsgesellschaft gegen Feuerschaden.
Meerjungfrauen,
Melusinen, Sirenen und Seejungfrauen im Schild, Beispiele:
Einige Beispiele, wobei
insbesondere bei historischen Wappen leider festgestellt werden
muß, daß die Begrifflichkeiten nicht als klar voneinander
abgegrenzt wahrgenommen werden:
- Familie Götze (ADW
Nr. 79134): In silbern-blau gespaltenem Schilde zwei
abgewendete goldhaarige Meerjungfrauen
in verwechselten Farben, die Rechte ein goldenes Schwert,
die linke einen goldenen Lorbeerzweig schwingend, beide
überdeckt von einem durch einen roten flachen Sparren
silbern-golden geteilten Mittelschild. Auf dem
blau-golden bewulsteten Helm mit blau-goldenen Decken ein
goldener Laubzweig zwischen einem gestürzten
Fischhinterleib rechts und einem Flügel links, beide
zusammen wie der Mittelschild bezeichnet.
- Frey von Freyenthal (Siebmacher
Baden S. 100, T. 59): Von Silber und Gold geviertet; 1.
u. 4. auf Meereswogen eine gekrönte Seejungfrau,
mit jeder Hand das Ende ihres doppelten Fischschwanzes
haltend; 2. u. 3. nach rechts schreitend ein # Hund
(Windspiel) mit dergleichen Halsband.
- Rhein (Siebmacher Pr
S. 325, T. 379, MeA S. 85 T. 47): Silber mit gekrönter,
auf blauen Wogen schwimmender Meerjungfrau,
bzw.: Im Wasser schwimmende Meerjungfrau, die rechte Hand
mit einem Spiegel erhebend, die linke in die Seite
gestemmt.
- Ibell (Siebmacher Na
S. 12 T. 13 , Pr S. 185 T. 233 , PrE S. 201 T.175):
Quadriert, mit w. Mittelschild worin eine wachsende Meerjungfrau,
in der Hand eine r. Rose, in der linken eine gr. Schlange
haltend. 1 und 4 R. und W. 4 mal abwechselnd
quergestreift. 2 u. 3 B. mit 3 w. Sternen 2. 1.
- Markovitsch
(Siebmacher Krai S.14 T. 13): Geviertet; 1. und 4. einen
Wolf, 2. und 3. eine Meerjungfrau.
- Rieter v. Rednitz-Hembach
(Siebmacher BayA3 S. 43 T. 27): Geteilt grün-silbern,
darin im Grunde ein Wasser, darauf eine gekrönte Sirene
mit einem nach links gekehrten und mit der linken Hand
erfassten Fischschwanze.
Meerjungfrauen,
Melusinen, Sirenen und Seejungfrauen als Helmzier, Beispiele:
- Grafen v. Korff
(Westfälisches Wappenbuch): in Rot eine goldene Lilie.
Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken eine
goldene Lilie, gehalten von zwei Meerjungfrauen
mit blauen Fischschwänzen und roten Flossen, über der
Lilie und über den Köpfen der Meerjungfrauen je ein
goldener Stern.
- Familie Schwanck:
In Blau ein rotbewehrter silberner Schwan. Auf dem
blau-silbern bewulsteten Helm mit blau-silbernen Decken
eine silberne Seejungfrau mit blauer
Schwanzflosse, in ein blaues, innen silbernes Tritonshorn
blasend.
Beliebige
Mischwesen im Schild, Beispiele:
Einige Beispiele für die beliebig möglichen Kombinationen
zweier Tiere, von Mensch und Tier, von Phantasiewesen mit Mensch
und Tier:
- Wolf-Bär: Familie Wolpert
(ADW Nr. 88075): In Silber ein springendes Mischwesen,
die obere Hälfte ein schwarzer Wolf, die untere ein
roter Bär. Auf dem Helm mit rechts schwarz-silbernen und
links rot-silbernen Decken eine blaugekrönte rote
Löwenmaske.
- Pferd-Löwe: Wappen Velpe
(Westfälisches Wappenbuch): In Silber ein rotes
Fabeltier mit Löwenleib und Pferdekopf. Auf dem
rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Decken ein
rotes Fabeltier (Fabelwesen, Mischwesen) mit Löwenleib
und Pferdekopf wachsend zwischen einem rechts silbernen
und links roten Flug.
- Einhorn-Pferd: Familie
Wollank (DWR, Band 64, S. 94, Nr.
10298/99): Im golden-blau
schräglinks-gebrochen-gespaltenem Schild ein steigendes
Fabelwesen in verwechselten Farben: vorn rotbewehrtes
Einhorn, hinten Pferd, oben links und unten rechts
begleitet von je einem Stern in verwechselten Farben. Auf
dem Helm mit blau-goldenen Decken ein rotbewehrter blauer
Einhornrumpf, belegt mit einem goldenen Kleeblattstengel.
Die Unterscheidung zwischen Einhorn und Pferd bei Vorder-
und Hinterleib wird hier durch die Art der Hufe
getroffen, die Vorderhufe sind gespalten.
- Steinbock-Pferd:
Familie Almstedt (DWR Band: LXIX (69), Seite: 22 Nummer:
10712/03): In Rot eine erhöhte anstoßende silberne
Spitze, überdeckt von einem Schildhaupt in verwechselten
Farben und belegt mit einem roten Steinbock-Pferd. Auf
dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Decken
ein grünes Lindenblatt an verringertem Stiel zwischen
zwei silbernen Flachsblüten (Leinblüten) an
beblätterten grünen Stengeln, das Ganze unten
überdeckt von einem roten Weberschiffchen mit silberner
Garnrolle.
- Schwan-Adler, Schwanenadler:
Familie Schwanecke (DWR Band 39, S. 19,
Nr. 7959/82): In Silber mit rotem Schildhauptspickel ein
Schwanenadler in verwechselten Farben. Auf dem Helm mit
rot-silbernen Decken zwei abgewendete, rot-silbern
geteilte Schwanenrümpfe (Schwanenhälse), der rechte ein
silbernes Hopfenblatt, der linke ein silbernes Kleeblatt
im Schnabel haltend.
- Hund-Pferd: Familie Krause
(ADW Nr. 7823): In Blau oben eine mit zwei silbernen
Zinnentürmen besetzte silberne Zinnenmauer und unten ein
silbernes Fabeltier, rechts Hund, links Pferd. Auf dem
blau-silbern bewulsteten Helm mit blau-silbernen Decken
fünf grüngestielte und -beblätterte silberne Nelken.
- Ziege-Adler: Der
Ziegenkopfadler oder kurz Ziegenadler findet sich in
mehreren Kommunalwappen im ehemaligen Herrschaftsgebiet
der Grafen von Ziegenhain:
- Schwalmstadt
(Kommunalwappen): In Gold ein schwarzer,
rotbewehrter Ziegenkopfadler, auf seiner Brust in
silberner Scheibe ein sechsstrahliger roter
Stern.
- Gemünden
(Wohra) (Kommunalwappen): In Silber ein
schwarzer, rotbewehrter Ziegenkopfadler, unten
beiderseits begleitet von einem goldenen Stern.
- Gemünden
(Felda) (Kommunalwappen): Über blauem Schildfuß
mit balkenweise gelegtem, silbernem Eichenast in
Gold ein schwarzer, rotbewehrter Ziegenkopfadler
- Wolf-Adler:
- Herren von Orla:
Adler mit Wolfskopf
- Langenorla
(Kommunalwappen): Gespalten und halbgeteilt; vorn
in Silber am Spalt ein halber, rotbewehrter,
schwarzer Adler mit goldenem Wolfskopf, hinten
oben von Rot und Silber durch drei Spitzen
gespalten, hinten unten in Blau ein schräglinker
goldener Wellenbalken.
- Ulefeld: oben
Wolf, unten Adler (Siebmacher Band: Bö Seite:
178 Tafel: 77, Band: Mä Seite: 164 Tafel: 117,
Band: NÖ2 Seite: 424 Tafel: 202)
- Ziege-Hahn: Stadt Ziegenhain
(Kommunalwappen): In silbern-schwarz geteiltem Feld ein
rotbewehrter Hahn mit Ziegenkopf in verwechselten farben,
im rechten Obereck begleitet von einem roten,
achtstrahligen Stern. Zuerst vorkommend in einem Siegel
von 1519. 1971 in Schwalmstadt eingemeindet.
- Fisch-Hahn: Familie Geiss,
ein Würzburger und Rothenburger Geschlecht: In Gold auf
einem Hügel ein Fischhahn, der Vorderkörper (Hahn) mit
rotem Kamm, Zunge, Lappen und Vogelfüßen, der
angehängte Fischschwanz silbern oder natürlich. Auf dem
Helm mit schwarz-goldenen Decken die Schildfigur
(Siebmacher Band: BayA2 Seite: 49 Tafel: 31, Band: BayA3
Seite: 174 Tafel: 122, Band: Bg1 Seite: 23 Tafel: 26).
- Adler-Löwe: Familie Coprell
(aus Ulm), in Blau ein goldener Doppeladler mit
gekrönten Löwenköpfen, auf dem Helm mit blau-goldenen
Decken ein wachsender goldener gekrönter Löwenrumpf
(Siebmacher Band: WüA Seite: 39 Tafel: 31)
- Greif-Pferd, Pferdegreif:
Familie Middendorf (DWR, Band 16, S. 80,
Nr. 5802/59): In goldenem, mit roten, lilienendigen
Kreuzchen bestreutem Schilde ein schreitender blauer
Pferdegreif (Vorderteil Greif, Hinterteil Pferd). Auf dem
blau-golden bewulsteten Helm mit blau-goldenen Decken der
Pferdegreif wachsend zwischen einem mit den roten
Kreuzchen bestreuten goldenen Flug.
- Einhorn-Löwe:
Familie Unterstein (DWR Band: LXIX (69),
Seite: 75 Nummer: 10766/03): In Rot auf einem nach rechts
verschobenen goldenen Dreiberg ein aufgerichteter
doppelschweifiger silberner Einhorn-Löwe, mit den
Vorderhufen eine aufgerichtete geöffnete goldene
Schneiderschere haltend. Auf dem Helm mit rot-silbernen
Decken ein aufgerichteter rot-bewehrter und
gezungter schwarzer Bär zwischen zwei rot-silbern
übereck-geteilten Büffelhörnern, die außen mit je
zwei golden-gerandeten Brillensymbolen besteckt sind.
- Bock-Fisch: Familie Luderer
(DWR Band: LXIX (69), Seite: 50 Nummer: 10740/03): Von
Silber über Grün schräglinksgeteilt, oben ein mit
Zinne gekanteter schwarzer Schräglinksbalken, unten ein
nach links gewendeter goldener See-Bock. Auf dem
grün-silbern-schwarz-silbern bewulsteten Helm mit rechts
grün-silbernen und links schwarz-silbernen Decken ein
wachsender rot-bewehrter schwarzer Löwe mit
golden-bewehrtem und rot-gezungtem schwarzen Adlerkopf,
in der rechten Pranke einen aufgerichteten silbernen
Degen haltend.
- Adler-Schlange:
Familie Goldwurm von Wurmeck, Tiroler
Adelsfamilie aus Sterzing: von Blau und Gold geteilt mit
einem gekrönten Tier, oben Adler, unten Schlange in
verwechselten Farben. Auf dem Helm ein goldener Adler
wachsend. Helmdecken blau-golden. Siebmacher Band TirA,
S. 23, T. 4.
- Löwe-Greif: Familie
v. Dick (Dr. Leopold v. Dick, Heraldisch-genealogische
Zeitschrift des Heraldischen Vereins Adler Wien, Bd. 1,
Adelsbrief vom 26. April 1532): In Gold ein schwarzer
Löwe mit zwei aus einer gestürzten goldenen Halskrone
hervorkommenden, voneinander abgewendeten, rot bewehrten
Greifenköpfen. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken
das Schildbild wachsend.
- Vogel-Mensch: Familie
Vogelmann (Deutsche Wappenrolle DWR
Band: XV Seite: 63 Nummer: 5754/59): In golden-blau
geteiltem Schilde ein Vogelmann, bestehend oben aus einem
rotbewehrten und rotgezungten blauen Adler, der unten in
einen mit zwei goldenen, bis zu den Lenden reichenden
Strümpfen bekleideten Menschenkörper übergeht, in der
unteren Schildhälfte begleitet von zwei goldenen
Weintrauben. Auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit
blau-goldenen Decken ein blaugefiederter Jünglingsrumpf,
dessen Arme durch goldene Flügel ersetzt sind, und der
eine rotbewehrte und -gezungte blaue Adlerkopfmaske
hochgeschoben auf dem Kopf (Haupte) trägt.
Beliebige
Mischwesen in der Helmzier, Beispiele:
Genauso werden beliebige Vorder- und Hinterteile zweier Tiere,
von Mensch und Tier, von Phantasiewesen und Mensch oder Tier in
der Helmzier kombiniert:
- Pferd-Greif, pferdeköpfiger
Greif: Familie Rohweder (ADW
Nr. 87397): In Blau eine goldene Brezel, die
verschlungenen Enden nach unten jeweils in einen Anker
ausgezogen. Auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit
blau-goldenen Decken ein wachsender goldener
pferdeköpfiger Greif.
- Mensch-Greif: Familie
Müncheberg (DWR, Band 25, S. 58, Nr.
6738/73): In silbern-rot gespaltenem Schilde ein mit dem
mittleren Berg den oberen Schildrand fast erreichender
Dreiberg, belegt mit einem an der Unterseite
dreipaßförmig ausgebogenen Sparren, dessen Scheitel von
einem gestielten Kleeblatt besteckt ist, im rechten
Obereck begleitet von einem Andreas-Tatzenkreuzchen; alle
Figuren in verwechselten Farben. Helmzier: Auf dem Helm
mit rot-silbernen Decken ein wachsender roter Greif mit
einem bärtigen, mit einer roten Kapuze bedeckten
Mannskopf (Mönchskopf).
- Einhorn-Fisch:
Familie Blechschmidt (DWR Band LV, S. 2,
Nr. 9435/91): Innerhalb eines blaubenagelten goldenen
Schildbordes in Blau ein goldener Anker, dessen Schaft
und Querholz teilweise von einem silbernen Harnisch
überdeckt sind. Auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit
blau-goldenen Decken ein goldenbewehrtes blaues
Fisch-Einhorn.
- Stier-Greif: Familie Waak
(DWR Band L, S. 59, Nr. 9077/89): In silbern-blau
gespaltenem Schild unter einem Wellenschildhaupt ein
rotgezungter Stierkopf im Visier, alles in verwechselten
Farben. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein
wachsender blauer Greif mit rotem Stierkopf und -hals.
- Löwe-Greif: Familie
v. Dick (Dr. Leopold v. Dick, Heraldisch-genealogische
Zeitschrift des Heraldischen Vereins Adler Wien, Bd. 1,
Adelsbrief vom 26. April 1532): In Gold ein schwarzer
Löwe mit zwei aus einer gestürzten goldenen Halskrone
hervorkommenden, voneinander abgewendeten, rot bewehrten
Greifenköpfen. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken
das Schildbild wachsend.
- Adler-Löwe: Familie Luderer
(DWR Band: LXIX (69), Seite: 50 Nummer: 10740/03): Von
Silber über Grün schräglinksgeteilt, oben ein mit
Zinne gekanteter schwarzer Schräglinksbalken, unten ein
nach links gewendeter goldener See-Bock. Auf dem
grün-silbern-schwarz-silbern bewulsteten Helm mit rechts
grün-silbernen und links schwarz-silbernen Decken ein
wachsender rot-bewehrter schwarzer Löwe mit
golden-bewehrtem und rotgezungtem schwarzen Adlerkopf, in
der rechten Pranke einen aufgerichteten silbernen Degen
haltend.
Drachen
als Schildhalter, Beispiel:
Die Barons Clifford of Chudleigh haben einen roten Drachen als
Helmzier, und als Schildhalter dienen zwei Drachen (wyvern), mit
den typischen pfeilartig endenden Zungen und Schwänzen, mit zwei
Beinen und einem Flügelpaar.
Abb.: Diese
im Englischen "wyvern" genannten Drachen stammen von
einem historischen Exlibris für den Baron Clifford of Chudleigh
aus dem 17. Jh. Der Urheber der Zeichnung ist mir nicht bekannt.
Der Titel eines Barons Clifford of Chudleigh wurde am 22.4.1672
für Thomas Clifford geschaffen, den ersten der Reihe, Sohn von
Hugh Clifford of Chudleigh, Devon and Ugbrooke.
Greifen als Schildhalter, Beispiel:
Greifen sind prinzipiell vorne bzw. oben Adler und hinten bzw.
unten Löwe, haben also vorne Adlerbeine und Adlerklauen und
hinten Löwenpranken. Vom Adlerkopf unterscheidet sich der
Greifenkopf durch die tütenförmigen spitzen Ohren.
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr
1893, entworfen von Charles William Sherborn
(1831-1912) für F. G. Waller aus Amsterdam mit zwei
widersehenden Greifen als Schildhalter.
Tritone
(Meermänner) als Schildhalter, Beispiel:
Meermänner haben das Oberteil eines Mannes, ähnlich einem
wilden Mann mit nacktem Oberkörper, fakultativ mit Kränzen aus
Vegetabilia um Kopf und Hüfte, und das Unterteil ab der Hüfte
abwärts eines Fisches. Weitere Attribute sind der Dreizack.

Ein heraldisches Exlibris, 1895
entstanden, entworfen von Ernst Krahl
(1858-1926) für Dr. August Freiherr von Alber-Glanstätten.
Literatur, Links und Quellen:
Veröffentlichung der
Innenaufnahmen aus St. Sebald mit freundlicher Erlaubnis von
Herrn Pfarrer Dr. Axel Töllner und Herrn Pfarrer Gerhard Schorr
vom 12.7.2010, wofür ihnen an dieser Stelle ganz herzlich
gedankt sei.
St. Sebald: http://www.sebalduskirche.de/
Veröffentlichung der
Innenaufnahmen aus St. Martha mit freundlicher Erlaubnis von
Herrn Pfarrer Georg Rieger vom 9.7.2010, wofür ihm an dieser
Stelle ganz herzlich gedankt sei.
St. Martha, Nürnberg: http://stmartha.de, http://stmartha.de/index.php5
Deutsche Wappenrolle, Bände 1-72
Siebmachers Wappenbücher
Carl-Alexander von Volborth:
Fabelwesen der Heraldik in Familien- und Städtewappen, Belser
Verlag 1996 ISBN 3-7630-2329-1

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angegeben: Bernhard Peter 2006-2011
Die Abb. historischer Zeichnungen sind selbst angefertige Scans
historischer Originale.
Sofern bekannt, ist der Urheber bei der jeweiligen historischen
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